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„Abschied von Hermine“ von Jasmin Schreiber

„Abschied von Hermine“ von Jasmin Schreiber

Buch der Woche

Ein Sachbuch über den Tod – das hört sich im ersten Moment nicht unbedingt unterhaltsam an. Und ohne die Lektüre von „Marianengraben“ hätte ich wohl nie zu „Abschied von Hermine“ von Jasmin Schreiber gegriffen. Auch wenn ich mich tatsächlich lesend „gerne“ mit dem Tod beschäftige. Zum Glück habe ich es trotzdem getan! Denn ich habe viel gelernt, verstanden und hatte darüber hinaus tatsächlich Spaß beim Lesen.

Wir müssen alle sterben

Wir Menschen, die Tiere im Wald und definitiv fast jede Büropflanze dieser Welt – alle müssen irgendwann sterben. Zieht der Tod in unserem Umfeld ein, bringt er Schmerz mit und hinterlässt Lücken in unseren Reihen und Herzen, die nur schwer oder gar nicht wieder zu schließen sind. Oft denken wir dann: warum, warum, warum? Und genau hier setzt dieses Buch an, denn als Biologin geht Jasmin Schreiber den Dingen gern auf den Grund. Sie sieht sich an, was Leben überhaupt ist und was mit uns im Laufe der Zeit passiert, wenn wir altern. Sie betrachtet die Zellen, aus denen wir bestehen, wir treffen mit ihr ungewöhnlich jung gebliebene Kiefern, schwimmen mit unsterblichen Quallen und durchschreiten gemeinsam das Tal der Trauer.

Am Beispiel ihres verstorbenen Hamsters Hermine erfahren wir außerdem, was passiert, wenn ein Körper verwest. Und wieso dieser Prozess auch Chancen birgt – für andere. Denn es lebt und stirbt sich einfach besser, wenn wir verstehen, dass der Tod zwar unschön ist, wir ihn aber trotz allem brauchen.

Wenn ich ein besseres Gedächtnis hätte, könnte ich in Zukunft auf Partys (also wenn es irgendwann einmal wieder Partys geben sollte) mit unglaublichem Wissen über Nacktmulle, Bärchentiere und Co. punkten. Leider reicht mein Gedächtnis aber meistens nicht einmal, um das gelesene Wissen, zehn Minuten später weiterzuerzählen. Ganz egal, „Abschied von Hermine“ ist ein ganz wunderbares, unterhaltsames Sachbuch, das mir den Stoff des Biogrundkurses noch einmal in Erinnerung gerufen hat. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!

Von Melena