Buchhandlung Gunzenhausen
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„Blackbird“ von Matthias Brandt

„Blackbird“ von Matthias Brandt

Buchhandlung am Färberturm

Es gibt Bücher – Hörbücher – die verbindet man immer mit der Situation, in der man sie gelesen/gehört hat. Für mich wird „Blackbird“ von Matthias Brandt ein solches Buch bleiben. Ein Nachmittag im Bayerischen Wald, eine Wanderung auf den Lusen, eine Fahrt durch die Sonne – und dieses Hörbuch. Und im Anschluss an das Ende der passende Soundtrack: „Blackbird“ von den Beatles, „A Horse with No Name“ von America, „Year of the Cat“ von Al Stewart. So bin ich vollständig in Mottes Geschichte eingetaucht und nur widerwillig, aber total begeistert wieder aufgetaucht.

Als der 15-jährige Morten Schumacher, genannt Motte, einen Anruf bekommt, ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war. Sein bester Freund Bogi ist plötzlich sehr krank. Aber das ist nur eine der herzzerreißenden Explosionen dieses Jahres, die Mottes Leben komplett auf den Kopf stellen. Kurz danach fährt Jacqueline Schmiedebach vom Einstein-Gymnasium auf einem Hollandrad an ihm vorbei, und die nächste Erschütterung nimmt ihren Lauf. Zwischen diesen beiden Polen, der Möglichkeit des Todes und der Möglichkeit der Liebe, spitzen sich die Ereignisse immer weiter zu, geraten außer Kontrolle und stellen Motte vor unbekannte, schmerzhafte Herausforderungen. Doch zum richtigen Zeitpunkt sind die richtigen Leute an Mottes Seite und tun genau das Richtige. Und er selbst schaut den Dingen mutig ins Gesicht, mit scharfem Blick und trockenem Witz.

Zugegeben habe ich ein paar Kapitel gebraucht. Irgendwie kam mir Mottes Sprache so bekannt, irgendwie uncool vor. Bis ich verstanden habe, warum: Es ist die „Jugendsprache“ meiner Eltern. Und dann war mir klar, wie perfekt diese Sprache passt und konnte mich endlich richtig darauf einlassen. Ich habe Tränen gelacht und gleichzeitig ist dieses Buch auch unendlich traurig. Genau so muss es doch sein, oder? Egal ob ihr es hört oder lest – der Soundtrack dazu ist Pflicht!

Von Melena