Buchhandlung Gunzenhausen
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„Die Geschichte der Baltimores“ <br>von Joël Dicker

„Die Geschichte der Baltimores“
von Joël Dicker

Buch der Woche

Mein Fazit nach meinem ersten halben Jahr als Buchhändlerin: Ich stehe auf die ganz jungen… Darf man das als seriöse Buchhändlerin so sagen? Ach egal: Ich stehe auf die jungen Schriftsteller! Nach Benedict Wells ist es nun Joël Dicker mit „Die Geschichte der Baltimores“, der mich ganz in seinen Bann gezogen hat. Ein Buch genau nach meinem Geschmack: spannend von der ersten bis zur letzten Seite, ohne ein Krimi zu sein, eine außergewöhnliche Geschichte, die auch die Entwicklung der Hauptpersonen widerspiegelt, die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft, ein bisschen Liebe und vor allem ein Erzähler, den man von Anfang an einfach lieben muss.

Der Erzähler ist überhaupt das Besondere an diesem Buch. Ein Ich-Erzähler, der als junger und sehr erfolgreicher Schriftsteller nun ein Buch über seine Familie schreiben will und sich dafür auf Spurensuche in seine Kindheit begibt. Über allem schwebt die drohende Katastrophe, ohne dass klar ist, was diese ist. In Rückblenden beschreibt er den Weg hin zu diesem Wendepunkt im Leben seines Onkels, seiner Tante und seiner Cousins, die seine engsten Freunde waren. In einem zweiten Erzählstrang begleiten wir Marcus Goldman (den Erzähler) beim Aufschreiben dieser Geschichte und dabei, wie er seine Jugendliebe Alexandra Jahre nach der Katastrophe wieder trifft.

Von der ersten Seite an hat mich „Die Geschichte der Baltimores“ an Donna Tartts „Der Distelfink“ erinnert – eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Entsprechend begeistert bin ich! Ein unglaublich tolles Buch, das ich in wenigen Tagen verschlungen habe und das Lust macht auf mehr – zum Glück gibt es bereits „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“

Von Melena