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„Die Leuchtturmwärter“ <br>von Emma Stonex

„Die Leuchtturmwärter“
von Emma Stonex

Buch der Woche

Zwei Kolleginnen – Tina und Karin – sind schon total begeistert und ich bin jetzt auch mittendrin in Emma Stonex‘ Roman „Die Leuchtturmwärter“. Die beiden haben mir das Buch so ans Herz gelegt, dass ich es einfach selbst lesen muss. Warum? Lest selbst, was Tina dazu schreibt:

Ungezähmt, unkontrollierbar, voller Kraft: Seit jeher fasziniert das Meer die Menschen, zieht sie in seinen Bann. Stundenlang aufs Wasser zu schauen und das Spiel der Wellen zu beobachten, ist eine meiner liebsten Urlaubsbeschäftigungen. Daher war der Griff zu Emma Stonex‘ Debütroman „Die Leuchtturmwärter“ für mich fast wie ein Reflex: Ein Leuchtturm, mitten im Meer, nur mit einem Boot erreichbar, dient als Ausgangspunkt der spannungsgeladenen Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Der Turm an der englischen Küste ist der Arbeitsplatz von Arthur Black, Bill Walker und Vincent Bourne. Wochenlang leben sie dort auf engstem Raum zusammen. Als das Ablöseboot kommt, findet die Besatzung den Turm leer vor, von den drei Männern gibt es keine Spur, die Tür ist von innen verriegelt, der Tisch für das Abendessen gedeckt.

Suche nach der Wahrheit

20 Jahre später will ein Schriftsteller endlich das Geheimnis um das mysteriöse Verschwinden der Leuchtturmwärter lüften und sucht deren Frauen auf. In Rückblenden lässt Emma Stonex alle Protagonisten zu Wort kommen, und schnell wird klar, dass hier jeder sein Päckchen zu tragen hatte: Ein Leben voller Trennungen, Entbehrungen, nicht gesagter Worte und Missverständnisse – auf beiden Seiten – wird Stück für Stück entblättert.

Da ist Bill, der das Meer eigentlich hasst, dem das Leben auf dem Turm ein Gräuel ist und der sich in Tagträumen über eine für ihn unerreichbare Frau verliert. Arthur, sein Vorgesetzter, dagegen versteht seine Arbeit als ehrbaren Dienst und flüchtet gerne vor dem Leben an Land aufs Wasser. So muss er auch die Blicke seiner Frau Helen nicht ertragen, mit der ihn ein schlimmes Schicksal verbindet. Der dritte im Bunde ist Vincent, der dank seiner großen Liebe Michelle darauf hofft, seine kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen zu können. All das schleppen die Männer mit sich herum, es füllt den wenigen Platz auf dem Turm wie auch die Wärterhäuschen an Land.

Doch wer ist nun schuld am Verschwinden der Männer, was hat der geheimnisvolle Fremde damit zu tun und warum konnten sich die Frauen nach den tragischen Ereignissen nicht gegenseitig eine Stütze sein, sondern reden teilweise seitdem kein Wort mehr miteinander? Emma Stonex beweist ein meisterhaftes Gespür für das Innenleben ihrer Figuren und schafft einen atmosphärisch dichten Roman, den man kaum mehr aus der Hand legen mag. Ein Buch, das alles zu bieten hat: Liebe, Mystik, schaurige Spannung – und das unbezwingbare Meer.

Von Melena