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„Ein Gentleman in Moskau“ <br>von Amor Towles

„Ein Gentleman in Moskau“
von Amor Towles

Buch der Woche

Habe ich hier eigentlich schon einmal ausführlich von unserem Lesekreis geschwärmt? Wenn nicht, dann ist mein Buch der Woche „Ein Gentleman in Moskau“ der perfekte Anlass. Denn wir haben am Dienstag in launiger Runde so angeregt diskutiert und waren anschließend so beseelt von dieser Geschichte und diesem wunderbaren Abend, dass das Buch im Rückblick gleich noch einen Sonderstern auf meiner nicht vorhandenen Skala erhalten hat. Überhaupt tut es mir sehr gut, nach dem Lesen über meine Lieblingsbücher, aber auch ganz besonders über Bücher zu diskutieren, die ich nicht mit allzu großer Begeisterung gelesen habe. Oft ändert sich mein Blickwinkel und meist werden Bücher „besser“, wenn ich darüber spreche. Bei Towles‘ Buch war es nicht nötig, mich noch mehr zu begeistern als ich es ohnehin schon war und trotzdem hat es so großen Spaß gemacht, darüber zu reden.

Moskau, 1922. Der genussfreudige Lebemann Graf Rostov wird verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest verurteilt, ausgerechnet im Hotel Metropol, dem ersten Haus am Platz. Er muss alle bisher genossenen Privilegien aufgeben und eine Arbeit als Hilfskellner annehmen. Rostov mit seinen 30 Jahren ist ein äußerst liebenswürdiger, immer optimistischer Gentleman. Trotz seiner eingeschränkten Umstände lebt er ganz seine Überzeugung, dass selbst kleine gute Taten einer chaotischen Welt Sinn verleihen. Aber ihm bleibt nur der Blick aus dem Fenster, während draußen Russland stürmische Dekaden durchlebt. Seine Stunde kommt, als eine alte Freundin ihm ihre kleine Tochter anvertraut. Das Kind ändert Rostovs Leben von Grund auf. Für das Mädchen und sein Leben wächst der Graf über sich hinaus.

Und weil ich meine Begeisterung für diesen tollen Roman nicht besser in Worte fassen könnte, als ein Mitglied unseres Lesekreises, das sich leider für das letzte Treffen entschuldigen musste, klaue ich seine treffende Zusammenfassung:

„“Den Gentleman von Moskau“ habe ich, wie sicher alle im Lesekreis, mit großem Vergnügen gelesen. Am Ende des Buches hätte ich am liebsten wieder von vorne angefangen. Das Metropol ist eine kleine Welt, in der sich das Geschehen Russlands spiegelt, in der die Menschlichkeit nicht verloren geht, weil der genussfreudige Lebenmann Graf Rostov nicht nur Stil hat, sondern auch ein Herz und Mut.

Es ist eine facettenreiche Geschichte in einer guten Sprache, elegant und geistreich wie der Protagonist.“

Danke, ich habe nichts hinzuzufügen!

Von Melena