Buchhandlung Gunzenhausen
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„Gesammelte Werke“ <br>von Lydia Sandgren

„Gesammelte Werke“
von Lydia Sandgren

Buch der Woche

Leider, leider, leider traue ich mich viel zu selten an dicke Bücher heran. Ich befürchte immer ein wenig, Sie könnten mich aufhalten. Ich käme nicht durch. Aber „Gesammelte Werke“ von Lydia Sandgren hat mich einfach wochenlang „angelacht“. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn dem strahlend gelben Cover und den Augen, kann man sich kaum entziehen. Und die Geschichte hat mich schon beim Lesen des Klappentextes nicht losgelassen:

Der Göteborger Verleger Martin Berg steckt in einer Krise: Die Verlagsgeschäfte stocken. Martins Frau Cecilia ist Jahre zuvor spurlos aus seinem Leben verschwunden. Sein großes Romanprojekt liegt unvollendet in der Schublade. Und seine Freundschaft zu dem gefeierten Künstler Gustav Becker scheint endgültig erkaltet. Während Martin in Erinnerungen an seine Studienzeit in der Göteborger und Pariser Bohème versinkt, blickt seine Tochter Rakel an jeder Straßenecke in die Augen ihrer verschwundenen Mutter, deren Porträt das Plakat einer großen Gustav-Becker-Retrospektive ziert. Als Rakel glaubt, Cecilia in dem Roman eines Berliner Schriftstellers wiederzuerkennen, scheint es an der Zeit, den Schatten, der über ihrer Familie liegt, endlich zu vertreiben.

Im Neujahrsurlaub habe ich mich dann endlich getraut und wurde belohnt: Ich habe ein echtes Lieblingsbuch gefunden. Keine Sekunde waren mir die 880 Seiten zu lang. Ganz im Gegenteil habe ich die Figuren so lieb gewonnen, dass ich fast traurig war, als ich es fertig gelesen hatte. Eine Familiengeschichte, die sich über drei Jahrzehnte erstreckt, mit Einblicken in die Kunst- und Literaturszene. Der Umfang bietet Gelegenheit richtig tief einzutauchen und es wird trotzdem nie langatmig oder ausufernd. Und dann wurde es sogar noch spannend und intensiv! Ein wunderbarer Start ins Lesejahr!

 

Von Melena