Buchhandlung Gunzenhausen
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„Junge mit schwarzem Hahn“ <br>von Stefanie vor Schulte

„Junge mit schwarzem Hahn“
von Stefanie vor Schulte

Buch der Woche

Wann habt Ihr zuletzt ein Märchen gelesen? Ich meine nicht, vorgelesen. Sondern für euch selbst gelesen? Versucht es einmal wieder. Durch meine Märchenabende, die ich in Zusammenarbeit mit Kindergärten und der KOKI schon einige Male veranstalten durfte, habe ich mich in den letzten Jahren mehr eingelesen. Ich habe Märchen für Groß und Klein aus aller Welt gelesen und vorgelesen. Und dabei gemerkt: es gibt ganz wunderbare Märchen auch für Erwachsene. Dadurch habe ich auch die Scheu vor einigen Büchern verloren, zu denen ich früher eher nicht gegriffen hätte.

So wie „Junge mit schwarzem Hahn“, das ich euch heute vorstellen möchte. Für mich ist die Geschichte von Martin ein Märchen. Der elfjährige Martin besitzt nichts bis auf das Hemd auf dem Leib und seinen schwarzen Hahn, Behüter und Freund zugleich. Die Dorfbewohner meiden den Jungen, der zu ungewöhnlich ist. Viel zu klug und liebenswürdig. Sie behandeln ihn lieber schlecht, als seine Begabungen anzuerkennen. Als Martin die Chance ergreift und mit dem Maler zieht, führt dieser ihn in eine schauerliche Welt, in der er dank seines Mitgefühls und Verstandes widerstehen kann und zum Retter wird für jene, die noch unschuldiger sind als er.

Der 30-jährige Krieg als Rahmen, ein sprechender Hahn, eine böse Gräfin, entführte Kinder, dunkle Reiter –  all diese Elemente bieten den düsteren Rahmen für eine ungewöhnliche Geschichte. Aber lässt man sich erst einmal darauf ein, ist sie auch außergewöhnlich schön!

Von Melena