Buchhandlung Gunzenhausen
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„Robin und Lark“ <br>Alix Ohlin

„Robin und Lark“
Alix Ohlin

Buch der Woche

Für mich ist auch Sprache ein Gefühl. Eines, das ich nicht immer gut beschreiben kann. Manchmal muss ich mich in ein Buch einfinden, manchmal sperrt sich die Sprache fast durchgehend – und auch das kann gut und richtig sein. Und manchmal schlüpfe ich hinein und merke: das passt!

Bei „Robin und Lark“ hatte ich das Gefühl, ich kenne diese Sprache, ich bin hier zu Hause. Ich kann es nicht erklären, aber ich fühlte mich an Donna Tartt erinnert, deren Bücher ich sehr liebe.

„Robin und Lark“ ist die Geschichte zweier Schwestern, wie sie unterschiedlicher kaum sein können: die ältere klug, fleißig und still, die jüngere wild, impulsiv und eine begnadete Pianistin. Doch die ungleichen Mädchen verbindet ein starkes Band, nicht zuletzt entstanden durch die Nachlässigkeit der desinteressierten Mutter.

Als Lark Montreal verlässt, um in den USA aufs College zu gehen, verlieren sie jedoch beinahe vollständig den Kontakt – bis Robin eines Tages urplötzlich vor Larks Tür steht. Gemeinsam ziehen sie nach New York, wo Lark studiert und Robin das berühmte Musikkonservatorium Juilliard besucht. Sie wohnen zusammen, sind sich so nah wie lang nicht mehr. Bis wieder eine Schwester die andere verlässt: Robin verschwindet plötzlich und unerklärt von einer Konzertreise in Schweden. Fünf Jahre sehen sich die Schwestern nicht wieder…

Alix Ohlin erzählt atmosphärisch dicht von der Beziehung und dem Leben zweier Schwestern, von der unauflösbaren Verbundenheit dieser ungewöhnlichen, eigenwilligen Frauen. Das Buch erzählt von Mutterschaft und Sehnsucht, von Einsamkeit und Entfremdung. Ein Roman, in dem man versinkt, der einen in den Bann zieht und so schnell nicht wieder loslässt.

Von Melena