Buchhandlung Gunzenhausen
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„Rote Kreuze“ <br>von Sasha Filipenko

„Rote Kreuze“
von Sasha Filipenko

Buch der Woche

Übrigens lese ich auch noch ab und zu. Also wenn ich nicht gerade Farbrolle oder Schleifpapier in der Hand habe, versteht sich. Eines der ersten Bücher, die ich 2020 gelesen habe war „Rote Kreuze“ von Sasha Filipenko. Und was soll ich sagen? Das Lesejahr 2020 darf gerne so weiter gehen.

Zum Buch

Zunächst war ich auch ein wenig irritiert – so wie Alexander, die Hauptfigur – als die demente 90-jährige Tatjana Alexejewna ihrem neuen Nachbarn regelrecht in seiner Wohnung auflauert. Aber schon bald hing ich an ihren Lippen und wollte wissen wie ihre Geschichte weitergeht. Da hat mich sogar Alexanders Schicksal eher gestört. Die alte Dame erzählt ihrem neuen Nachbarn ihre Lebensgeschichte, die das ganze russische 20. Jahrhundert mit all seinen Schrecken umspannt. Nach und nach erkennen die beiden ineinander das eigene gebrochene Herz wieder und schließen eine unerwartete Freundschaft, einen Pakt gegen das Vergessen.

Ich mag Filipenkos Schreibstil, der mich zum Lachen und zum Weinen gebracht hat. Und ich mag seine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die nicht – wie bei viel zu vielen historischen Romanen – konstruiert wirkt. Filipenko zeigt, dass die Geschichte von der er erzählt spür- und sichtbare Auswirkungen auf die russische Gegenwart hat.

 

 

Von Melena