Buchhandlung Gunzenhausen
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„Vincent“ <br>von Joey Goebel

„Vincent“
von Joey Goebel

Buch der Woche

Wieder mal ein Lesekreisbuch, das heiß diskutiert wurde. „Vincent“ von Joey Goebel ist die Geschichte eines grausamen Experiments. In der Annahme, dass ein taltentierter Künstler erst leidend sein Potential voll ausschöpfen kann, wird Vincent künstlich zum Leidenden gemacht. Schon als Siebenjähriger gerät er unter die „Obhut“ einer ganz besonderen Schule für Künslter. Sein „Mentor“ sorgt dafür, dass er stets unglücklich ist. Sein künstliches Leiden beginnt mit dem Tod seines Hundes und steigert sich über die Jahre: er darf keine Freunde finden, sich nicht verlieben, wird krank und depressiv gemacht. Scheinbar funktioniert der Plan: Vincent wird zu einem außergewöhlichen Künstler, schreibt Songs und Drehbücher auf einem ganz neuen Niveau und wird zu einem Ausnahmetalent. Doch zu welchem Preis?

Joey Goebel schreibt richtig gut. Ich konnte den Roman kaum weglegen, weil die Geschichte so einen „Drive“ entwickelt. Dennoch oder gerade deswegen hätte ich das Buch zwischendrin gerne einfach an die Wand geschleudert. So bizarr ist die Idee und so nah an der Realität. Denn Goebel beschreibt eine Industrie, in der es ums Geld geht, manchmal um Kunst, aber nie um Menschlichkeit! Ein aufregend gutes Buch.

Von Melena