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„Was dann nachher so schön fliegt“ <br>von Hilmar Klute

„Was dann nachher so schön fliegt“
von Hilmar Klute

Buch der Woche

Mein Buch der Woche ist eigentlich eine Buchempfehlung von Jutta und Christian! Aber die beiden waren so begeistert von „Was dann nachher so schön fliegt“ von Hilmar Klute, und ich bin einfach noch nicht dazu gekommen es ebenfalls zu lesen, dass ich mich von ihrem Buch der Woche habe überzeugen lassen.

Ein Roman, der im Leben wühlt, ein Buch über die Leidenschaft fürs Schreiben, die Schönheit der Chance und die Liebe zur Literatur. Das literarische Debüt von Hilmar Klute (Streiflicht, SZ), voller Sätze, die man am liebsten immer wieder lesen möchte.
Ruhrgebiet, Mitte der achtziger Jahre: Volker Winterberg arbeitet als Zivildienstleistender im Seniorenheim und schreibt Gedichte. Er träumt davon, ein Dichter zu werden wie Peter Rühmkorf und die Leute von der Gruppe 47. Aber vorläufig muss er noch frühmorgens seine Alten für den Tag vorbereiten. Die übrige Zeit verbringt er trinkend, rauchend und schreibend in Kneipen, die Nächte öfter in fremden Betten.
Ein Kurztrip per Anhalter und ohne Geld nach Paris inspiriert ihn zu seinem bislang besten Gedicht, und dann gewinnt er die Teilnahme an einem Treffen für Nachwuchsschriftsteller in West-Berlin. In der geteilten Stadt lernt er Heiner Müller kennen, den jungen, eigentümlichen Dichter Thomas und vor allem Katja, die mit Volker Ausflüge an die Mauer macht und ihm nach seiner Rückkehr Liebesbriefe schreibt. Als Volker ein zweites Mal nach Berlin reist, beginnt ein turbulentes Abenteuer mit Katja und eine verwickelte Odyssee durch das alte West-Berlin.
Hilmar Klute schreibt in einer ganz eigenen, atmosphärisch dichten Sprache, und wie nebenbei erkundet er ein Panorama der deutschen Nachkriegsliteratur, wie man es noch nie gelesen hat.

Jutta sagt: „Dieser wunderbare Debütroman hat mir sehr gut gefallen. Er verwebt wunderbar zwei Geschichten. Zum einen die um den Zivi im Ruhrpott in den 80er Jahren, der in herrlich lockerer Sprache von  seinem heftigen Alltag im Seniorenheim erzählt, dabei aber mit schmerzlicher Tiefe berührt. Zum anderen von seinem unbedingten Wunsch, Schriftsteller zu werden, von seinem Trip nach Paris und von der Reise nach Berlin. Sehr schön lesen sich auch die Abschweifungen in seine Träume, in denen er von fiktiven Begegnungen mit altbekannten Schriftstellern erzählt. So bekommt man ganz nebenbei auch noch eine Auffrischung in Literaturgeschichte. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!“

Von Melena